Und ja im Prinzip ist in 10 Jahren alles vergessen, alles nichtig. Doch wer sagt das meinem Herzen oder meinem heutigen Ich? So verlassen, so leer, so allein. Das ist die Divise zurzeit. Das Gefühl, dass dich niemand versteht, dass Egoismus über Freundschaft steht, dass Liebe in dieser Zeit schwieriger ist als eine Reise zum Mond, dass Ehrlichkeit nur eine Seltenheit ist, dass die Angst zu versagen oder keine positive Rückmeldung zu erhalten überwiegt als die Dinge zu probieren und daraus zu lernen. Jeder weiß in der heutigen Zeit, dass die Präsentation nach außen hin nur eine billige Version des eigenen Charakters ist und ein Abklatsch dessen was man versucht zu sein. Doch ganz ehrlich wer von uns ist schon ehrlich zu sich selbst? Wer wagt es dem eigenen Spiegelbild ins Gesicht zu sagen, dass er etwas gut oder falsch gemacht hat, dass man andere genauso behandeln soll wie man es selbst will, dass man ruhig mal auf sich selbst vertrauen kann und etwas sagen soll weil man sonst nicht gewinnen kann? Aus Fehlern lernt man heißt es. Aber wie lernt man wenn man nicht einmal bereit ist einen Fehler zu begehen, weil man zu viel Angst vor der Reaktion des Gegenübers hat oder vor der Meinung der Gesellschaft. Gefangen in dem kleinen Ich, in der eigenen kleinen Welt aus der man nicht ausbrechen kann. Am meisten Stütze man selbst zu sein ist neben der Selbstliebe die Liebe eines besonderen Menschen, dem man vertraut und bei dem man sich fallen lassen kann. So gut wie sich das in der Theorie anhört bleibt man in der Realität stecken. Stecken in einem ewigen Kreislauf und man lebt von Tag zu Tag weiter ohne wirklich den Tag gelebt zu haben. Ja und so lebt man weiter und weiter und hofft, dass der Tag bald kommt.